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Post-EEG-Anlagen

Post-EEG-Anlagen 

 Ende der Förderung für EEG-Anlagen 

Betroffen sind Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, die bis zum 31. Dezember 2000 in Betrieb gegangen sind, da deren Förderzeitraum zum 31.12.2020 endet.

Gesetzliche Nachfolgeregelung für Kleinanlagen

Gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) läuft für Stromerzeugungsanlagen aus Erneuerbaren Energien, die bis zum 31. Dezember 2000 in Betrieb genommen wurden, die gesetzliche Einspeisevergütung zum 31.12.2020 aus (Ausnahme Wasserkraft). Dabei handelt es sich überwiegend um kleine Photovoltaik-Anlagen, die die gesamte erzeugte elektrische Energie in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen (Volleinspeiser). Grundsätzlich besteht nach Ende des Förderzeitraums weder eine Pflicht zum Abbau noch zum Weiterbetrieb der EEG-Anlage.

Der Gesetzgeber hat kurz vor dem Jahreswechsel das „Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften“ verabschiedet. Dieses Gesetz wurde am 28.12.2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt im Wesentlichen am 01.01.2021 in Kraft.

Das EEG 2021 regelt u.a. den Weiterbetrieb der ausgeförderten Anlagen.

 

Regelungen für Anlagen mit einer installierten Leistung bis 100 kW:

 

  •  Variante 1 (Volleinspeisung der Anlage mit einem Arbeitszähler und Abnahme durch den Netzbetreiber)

Wird die Volleinspeisung belassen, erhält der Betreiber vom Netzbetreiber in 2021 eine Anschlussvergütung in Höhe des gesetzlich ermittelten Jahresmarktwertes abzgl. Vermarktungskosten von 0,4 ct/kWh. Der Vergütungsanspruch hätte für das Jahr 2020 rund 2,4 ct/kWh betragen. Der tatsächliche Jahresmarktwert für das Einspeisejahr 2021 steht Anfang 2022 fest. Eine Änderung der vorhandenen Zähler ist hierfür nicht erforderlich, bis das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die für diese Anlagen notwendige Markterklärung für intelligente Messsysteme veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt kommt der Netzbetreiber hinsichtlich der Nachrüstung mit einem intelligenten Messsystem auf den Anlagenbetreiber zu. Dies gilt grundsätzlich nur für Anlagen größer 7 kW. Diese Option ist zeitlich beschränkt bis zum 31.12.2027

 

  • Variante 2 (Überschusseinspeisung der Anlage mit einem Arbeitszähler und Abnahme durch den Netzbetreiber)

Der erzeugte Strom wird teilweise oder gar nicht in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Für den eingespeisten Strom erhält der Betreiber vom Netzbetreiber ebenfalls die Anschlussvergütung gemäß Variante 1. Die Vermarktung des eingespeisten Stroms an einen Direktvermarkter ist nicht möglich.

Weiterer Hinweis:

Wenn Sie die Anlage von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung umstellen und Ihre Anlage größer 30 kW ist oder Sie mehr als 30.000 kWh Eigenverbrauch erzielen, sind für den die Freigrenze übersteigenden Eigenverbrauch 40 % EEG Umlage abzuführen. In diesem Fall ist ein separater Erzeugungszähler notwendig.

 

  • Variante 3 (Einspeisung an Direktvermarkter) 

Der erzeugte Strom wird vollständig in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist. Der Vertrieb erfolgt über einen Stromhändler (Direktvermarkter) an der Strombörse, hierzu ist eine Anmeldung des Direktvermarkters beim Netzbetreiber erforderlich. Der Wechsel in die Direktvermarktung muss dabei spätestens vor Beginn des jeweils vorangegangenen Kalendermonats angezeigt werden (z. B. gewünschter Beginn ab März 2021 - späteste Anmeldung beim Netzbetreiber bis zum 31. Januar 2021). Eine Änderung der vorhandenen Zähler ist hierfür nicht erforderlich, bis das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die für diese Anlagen notwendige Markterklärung für intelligente Messsysteme veröffentlicht.

 

Regelung für ausgeförderte Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW:

 

Die nachfolgenden Regelungen sind ggf. noch von der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU abhängig.

Alle Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW sind verpflichtet, zum 01.01.2021 Ihre erzeugte Energiemenge über einen Direktvermarkter zu vertreiben (sonstige Direktvermarktung). Bitte beachten Sie beim Wechsel in die Direktvermarktung entsprechende Fristen. Sonderregelungen gelten für Windenergieanlagen und Altholz-Anlagen > 100 kW.

Technische Hinweise: Zur Umstellung von Volleinspeisung auf Überschusseinspeisung ist durch den Anlagenbetreiber ein Elektrofachbetrieb einzubinden. Der Elektrofachbetrieb rüstet die Stromzähleranlage um und meldet den Umbau beim Netzbetreiber an. Durch die Umstellung wird in der Regel ein Zählerwechsel erforderlich, ggf. kann auch eine Modernisierung der Zähleranlage notwendig werden.